3 Tipps für eine deutlich bessere Routenführung mit einem Werksnavi


Ab Werk fest eingebaute Navigationssysteme ("Werksnavis") sind für viele Menschen nach wie vor das Nonplusultra, wenn es um Navigationslösungen im Auto geht:


  • kein Kabelsalat,

  • kein Hantieren mit Smartphones und

  • ein nahtloses Zusammenspiel mit anderen Ausstattungsmerkmalen (Infotainmentsystem, virtuelles Cockpit, Head-up-Display).


Im Vergleich zu Smartphones haben Werksnavis aber folgenden entscheidenden Nachteil: Während Smartphones für ihre Routenführung automatisch das aktuellste verfügbare Kartenmaterial und die aktuellsten verfügbaren Verkehrsinformationen berücksichtigen und während einer bereits laufenden Routenführung fortwährend im Hintergrund überprüfen, ob es (z. B. aufgrund einer geänderten Verkehrslage) eine schnellere Route gibt, können Werksnavis das leider nicht. Zumindest nicht ohne weiteres Zutun. Um mit Werksnavis eine annähernd so gute Routenführung wie mit einem Smartphone zu erreichen, sind mindestens 3 Dinge unerlässlich:



1) Aktuelles Kartenmaterial verwenden.

Das vom Navi genutzte Kartenmaterial (also Straßen, Fahrspuren, Kreuzungen, Kreisverkehre, Brücken, Tunnel, Einbahnstraßen, Sackgassen, Fähren, Gebirgspässe, etc.) sollte so aktuell wie möglich sein. Was genau Sie dafür tun müssen, hängt davon ab, welches Automodell Sie fahren und wie alt es ist. Bei älteren Autos muss das Kartenmaterial von Hand mittels USB-Stick oder SD-Karte aktualisiert werden. Bei neueren Autos ist das Aktualisieren oft schon "over-the-air" möglich – d. h., das Kartenmaterial kann über eine mobile Datenverbindung aktualisiert werden (manchmal vollautomatisch, manchmal nicht). Ob aktuelles Kartenmaterial kostenfrei oder kostenpflichtig zur Verfügung steht, handhaben die Autohersteller sehr unterschiedlich.


Meine Empfehlung: Aktualisieren Sie das Kartenmaterial Ihres Werksnavis mindestens 1x jährlich – am besten kurz bevor Sie eine längere Strecke fahren (z. B. in den Urlaub).


Falls Ihr Auto während der Fahrt im Display des Navis oder im Kombi-Instrument Verkehrszeichen (z. B. die zulässige Höchstgeschwindigkeit oder Überholverbote) anzeigt, dann entsteht für Sie ein zusätzlicher Nutzen, wenn Sie Ihr Werksnavi regelmäßig mit aktuellem Kartenmaterial versorgen. Denn die Verkehrszeichenanzeige benutzt für die Darstellung von Verkehrszeichen entweder ausschließlich oder (bei kamerabasierten Systemen) zum Teil das Kartenmaterial des Navigationssystems. Aktuelles Kartenmaterial sorgt also zusätzlich auch für eine korrektere Verkehrszeichenanzeige!



2) Echtzeit-Verkehrsinformationen verwenden.

Was nützt top-aktuelles Kartenmaterial, wenn Sie das Navi immer wieder in lange Staus hineinführt? Am besten noch auf einer Autobahn – ohne Möglichkeit, zu wenden oder abzufahren.


Die ersten Staumeldungen waren im Radio zu hören. Als Informationsquelle dienten meist Meldungen der Polizei, von Automobilclubs, von menschlichen Staumeldern und diversen auf den Straßen installierten Sensoren. All diese Meldungen flossen später in das Traffic Message Channel (TMC) System, welches von vielen Radiosendern nicht hörbar ausgestrahlt wird. Die Quellen und der Übertragungsweg sind aber zu langsam, zu ungenau und zu fehleranfällig. Viele Staus werden im TMC zu spät, zu ungenau oder falsch gemeldet. Auch werden entfallene Staus zu spät "rausgemeldet". Außerdem werden im TMC fast nur Autobahnen berücksichtigt. Landstraßen und Innenstädte bleiben meist außen vor. Mittlerweile haben die ersten Radiosender bereits begonnen, auf die gesprochenen Staumeldungen ganz zu verzichten.


Auf der Basis von Bewegungsdaten aus Verkehrstelematiksystemen sowie auf der Basis von anonymisiert erfassten Bewegungsdaten von in Fahrzeugen mitgeführten Mobiltelefonen kann die Verkehrsdichte auf öffentlichen Verkehrswegen heute räumlich und zeitlich exakter bestimmt werden. So werden präzisere und zeitnahere Staumeldungen sowie eine verkehrsdichteabhängige Verkehrsleitung möglich. Begünstigt durch die zunehmende Verbreitung des mobilfunkbasierten Internets (3G, LTE) ist es heute möglich, mit dem Internet verbundene Navigationssysteme in Echtzeit mit diesen exakteren Informationen zur Verkehrslage zu versorgen. Mehr zur Funktionsweise können Sie bei Bedarf hier und hier nachlesen.

Um keine falschen Erwartungen zu wecken: auch Echtzeit-Verkehrsinformationen können nicht zu 100 % verhindern, dass Sie in einen Stau geraten. Es gibt derzeit aber keine bessere Alternative, um sich mit Informationen zur Verkehrslage zu versorgen. Und manchmal ist der Weg durch den Stau tatsächlich der schnellste Weg – wenn auf allen anderen möglichen Routen auch oder sogar noch mehr Stau ist.


Mittlerweile bieten fast alle Autohersteller Echtzeit-Verkehrsinformationen für ihre integrierten Navigationssysteme an. Bei Bestellung eines neuen Autos mit Werksnavi ist die Nutzung von Echtzeit-Verkehrsinformationen oft für einen beschränkten Zeitraum (zwischen 12 und 36 Monate) ohne weitere Kosten inklusive. Nach Ablauf dieses Zeitraums können Echtzeit-Verkehrsinformationen durch ein meist kostenpflichtiges Abonnement weitergenutzt werden. Gleiches gilt auch für gebraucht erworbene Autos mit Werksnavis, die technisch schon in der Lage sind, Echtzeit-Verkehrsinformationen zu verarbeiten.


Was genau Sie tun müssen, damit Ihr Werksnavi Echtzeit-Verkehrsinformationen aus dem Internet beziehen kann, hängt davon ab, welches Automodell Sie fahren und wie alt es ist. In jedem Fall müssen Sie Ihr Auto mit dem Internet verbinden – entweder über Ihr Smartphone per mobilem WLAN-Hotspot, oder per zusätzlicher SIM-Karte mit Datentarif oder über eine vom Hersteller bereits in Ihrem Auto fest verbaute mobilfunkfähige SIM-Karte. Die letztgenannte Variante ist die mittlerweile von fast allen Autoherstellern bevorzugte Variante, so dass die Aktivierung von Echtzeit-Verkehrsinformationen für Werksnavis heute deutlich komfortabler möglich ist als noch vor wenigen Jahren.


Meine Empfehlung: Falls das Werksnavi in Ihrem Auto technisch in der Lage ist, Echtzeit-Verkehrsinformationen bei der Routenführung zu berücksichtigen, nutzen Sie diese Möglichkeit unbedingt – sogar kostenfrei, wenn Ihr Auto noch neu (genug) ist. Aber auch wenn Ihr Auto mit Werksnavi nicht mehr ganz neu ist, empfehle ich unbedingt, die Echtzeit-Verkehrsinformationen ggf. kostenpflichtig zu abonnieren. Die Kosten variieren stark je nach Hersteller, Modell und Paketumfang (Echtzeit-Verkehrsinformationen werden oft als sogenannter "Online-Dienst" im Paket mit anderen Online-Diensten angeboten); sie bewegen sich meist zwischen 60 und 100 € (inkl. MwSt.) für 12 Monate.



3) Dynamische Routenführung einschalten.

Wenn Sie Ihr Werksnavi mit aktuellem Kartenmaterial und auch mit Echtzeit-Verkehrsinformationen versorgen, dürfen Sie keinesfalls vergessen, in den Navi-Einstellungen die sogenannte Dynamische Routenführung einzuschalten!


Nur wenn Sie Ihrem Werksnavi dies gestatten, wird es ggf. vorhandene Staus in die Berechnung der besten Route einbeziehen und – falls möglich – eine alternative Route vorschlagen. Und mehr noch: Nur mit eingeschalteter dynamischer Routenführung überprüft ihr Werksnavi fortlaufend (also auch während Sie bereits unterwegs sind), ob sich an der Verkehrslage etwas ändert und ob sich dadurch eine bessere Route für Sie ergibt.


Meine Empfehlung: Unbedingt einschalten! Wo genau Sie diese Einstellung vornehmen müssen, hängt vom Hersteller, vom Modell und vom Alter Ihres Autos mit Werksnavi ab.



Wenn Sie diese 3 Tipps für Ihr Werksnavi berücksichtigen, wird es sich bei Ihnen mit einer deutlich besseren Routenführung bedanken. Versprochen!


[Titelbild von Lynda Sanchez auf Pixabay]


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